Kiesabbau an der Mittelweser
  2006
 

Samtgemeinde-SPD will den naturnahen Tourismus stärken (Die Harke vom 18.01.2006)

Landesbergen (DH). Der Kiesabbau im Weserraum und damit auch in den Gemeinden Leese, Landesbergen und Estorf hat den SPD-Ortsverein der Samtgemeinde Landesbergen auf der jüngsten Jahreshauptversammlung beschäftigt. Als Referent führte Jörg Backhaus unter dem Motto “Schaffung einer neuen Landschaft durch Kiesabbau“ in das Thema ein.
Backhaus verdeutlichte, dass es sich bei den Kiesmengen um das größte zusammenhängende Gebiet in Niedersachsen handele. Durch den Abbau sind in den vergangenen 30 bis 40 Jahren rund 500 Hektar an Wasserfläche entstanden. Dieser Aspekt genauso wie die in weiten Bereichen geschehene Ausweisung von Naturschutzgebieten sind Bedingungen, welche es zu akzeptieren gelte. Auf dieser Grundlage müsse über eine sinnvolle Folgenutzung nachgedacht werden und hier biete sich der naturverträgliche Tourismus an.
Im Zuge der anschließenden Diskussion waren sich die Sozialdemokraten einig und schlossen sich dem Vorschlag von Dieter Meinzen (Fraktionsvorsitzender im Samtgemeinderat) an: Ein Runder Tisch müsse installiert werden, damit Politik, Verwaltung, Naturschützer, Landwirte, Gastronomie und Heimatvereine gemeinsam über zu entwickelnde Konzepte beraten können. Wichtig sei vor allem, die Entwicklung des Tourismus mit betroffenen Gemeinden zu entwickeln. Eine Gemeinde für sich allein sei nicht stark genug, um Touristen anzuziehen.
In diesem Zusammenhang wies Grant Hendrik Tonne auf die Bedeutung der Radtouristen hin und forderte den verstärkten Einsatz für die Errichtung von Radwanderwegen auch durch die Samtgemeinde Landesbergen hindurch. So könne der Weserradweg, der bisher nur auf der westlichen Seite der Weser verlaufe, an der Weserbrücke eine Abzweigung erhalten und sodann bis Nienburg auch östlich der Weser entlang führen. Gerade die landschaftlich reizvolle Strecke von Minden nach Nienburg dürfe nicht länger als radtouristische “Durststrecke“ empfunden werden.
Erfreulich in diesem Zusammenhang sei die bevorstehende Schließung von Lücken im Radwegenetz, wie von Leese nach Loccum sowie auch die von Leese nach Wasserstraße.
Aus der Versammlung kamen zahlreiche Ideen und Vorschläge, wie die Samtgemeinde auch in Zeiten knapper Kassen gerade den Radtourismus besser unterstützen kann. Neben der relativ einfachen Installation von Beobachtungstürmen am Rande der Naturschutzgebiete könne auch eine verstärkte Einbindung der lokalen Gastronomie Touristen in den Orten halten, so Estorfs Altbürgermeister Rudi Niemann. Weiter angesprochen wurden Rohstofflehrpfade, Unterstützung des Wassersportes und das Anbieten von Gepäcktransporten für Radfahrer. Alle Vorschläge sollen am Runden Tisch eingebracht und diskutiert werden. Womöglich müsse auch ein professionelles Gutachten erstellt werden, was in der Samtgemeinde Landesbergen überhaupt möglich sei, so Klaus-Dieter Fessner aus Leese.
Neben dem Runden Tisch wollen die Sozialdemokraten als weiteren kurzfristig möglichen Schritt, dass die Gemeinden sich und die vielen lokalen touristischen “Highlights“ präsentieren.
 
   
 
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KIESABBAU VERÄNDERT DIE LANDSCHAFT